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DAS PROJEKT VON WALENTINA LJACHOWITSCH „SCHAFFEN IN SCHLAFLOSEN NÄCHTEN“

WALENTINA LJACHOWITSCH

Das Projekt wurde 2012 in der Waschtschenko-Galerie in Gomel (Belarus) mit Unterstützung der Internet-Ressource „ArtKurator“ realisiert.

Haben Sie schon einmal einen Besucher einer realistischen Ausstellung gesehen, der die Künstler des Naturalismus beschuldigt? ... Das ist ein sehr seltener, beinahe unmöglicher Fall. So ein Besucher mag höchstwahrscheinlich zeitgenössische Kunst und würde einfach keine Ausstellungen besuchen, die ihn nicht interessieren. Kaum stellt man aber Werke von Künstlern aus, die anders als die Mehrheit denken, schon kann es für Künstler und Kuratoren übel ausgehen.

Walentina Ljachowitschs Projekt „Schaffen in schlaflosen Nächten“ geht vor allem auf die Erfahruneng und das Gefühl von Freiheit der aus Witebsk stammenden Künstlerin zurück.

Die Künstlerin besuchte eine klassische Schule für bildende Kunst und beherrscht tadellos klassische Kunsttechniken. Walentina Ljachowitsch entschied sich aber bewusst für abstrakte Malerei und erlangte so die Freiheit des Selbstausdrucks.

Ihre Werke sind bis zum letzten Farbfleck durchdacht. Schon wenn ein kleines Element weggelassen wird, fällt das ganze Bild auseinander. Auch wenn die Werke der Künstlerin auf den ersten Blick sehr einfach zu sein scheinen, stehen in Wirklichkeit viele Wochen und Monate des anstrengenden Denkens sowie eine lange Suche nach der passenden Farbgebung dahinter. Jedem Bild von Walentina Ljachowitsch liegt ein klares, realistisches Motiv zugrunde.

Die Künstlerin gibt zu, dass ihre Werke schwer zu verstehen sind. Man müsse die Ausstellung mehrmals begehen und sich darin einfühlen. Das hat viel mit dem Gambit beim Schach gemeinsam. So spielt es sich schwer, aber je mehr man nachdenkt, desto angenehmer wird die Vorfreude auf den Sieg. Wie es in den „Grundlagen des Schachspiels“ aus dem Jahr 1655 so schön heißt: „Man entwickelt sich nur dann, wenn man gegen einen stärkeren Gegner spielt.“

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